Korydwenn: JARDIN SECRET

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Artikel-Nr.
MACOMMUSIKKORY
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Jan-Oliver Zilker

CD des Monats August 2016

Minnesang.Com/Lothar Jahn hat die CD zur CD des Monats August 2016 gekürt und meint:<br>Die in Wolfhagen lebende Französin Claire Bénard alias Korydwenn hat als Sängerin zur Leier nicht nur in ihrem Heimatland, sondern auch hierzulande schon einen guten Namen. Nun gibt es endlich auch ein Album von ihr, finanziert durch ein Crowdfunding-Projekt. Es enthält hauptsächlich franzsösischsprachige Lieder der Trouvères-Tradition.<br>Sie bietet diese mit ihrer warmen, anschmeichelnd zärtlichen Altstimme in schlichten, aber wirkungsvollen Arrangements dar. So trägt sie das Frühlingslied -En avril au tens pascour- a cappella zu Vogelgezwitscher vor. Das berühmte Maien-Chanson -Saderaladon-, wahrscheinlich Vorbild zu Walthers Lindenlied, singt sie im Gegensatz zur schmissigen Interpretation der meisten Kollegen in einer frei gestalteten Sangweise, um den Traumcharakter zu unterstreichen. -Quant voi la flor nouvele- aus dem 12. Jahrhundert kommt dagegen mit fröhlichem Drive zur Geltung.<br>Das begleitende Gardon wird – wie auch später Flöte, Tambourin und Trumscheid – von Frederike Funke (Poeta Magica) gespielt. Auch Poeta-Chef Holger Funke ist mit Flöte, Sackpfeife und Drehleier an Bord. Weitere Unterstützer sind Thomas Breckheimer (Harfe) und David Marquardt (Flöte und Symphonia). Doch, wie gesagt, die Musiker bringen nur kleine Farbtupfer ins Spiel, Korydwenn vertraut in ihrem geheimen Garten auf vor allem die Ruhe und Kraft ihres Gesanges.<br>Die französische Tradition wird nur gegen Ende des Albums verlassen: Vorbereitet durch ein Marienlied des Gautiers de Coincy sint Korydwenn a cappella Hildegard von Bingens -O viridissima virga-. Geistlich klingt das Album mittelhochdeutsch aus mit einem Lied vom letzten Abendmahl: -Ich sach in einen garten gan"-aus der Feder des großen Frauenlob. Im Gegensatz zur sphärischen Hildegard-Präsentation gibt es zur betörenden Melodie von Frauenlobs -Anckelwyse- aus der Colmarer Liederhandschrift ein zupackend rhythmisches Pattern von Leier und dem beeindruckenden Bass des Trumscheids. Durch die dreifache Wiederholung der Strophe bekommt die Aufforderung Christi an seine Jünger, in die Welt hinauszugehen, eine besondere Nachdrücklichkeit. (lj)